Stellungnahme Schulgesetzänderungen

Im Rahmen des Begutachtungsverfahrens hat das Netzwerk SprachenRechte eine Stellungnahme zum Ministerialentwurf betreffend Bundesgesetz, mit dem das Schulorganisationsgesetz, das Schulunterrichtsgesetz und das Schulpflichtgesetz 1985 geändert werden, abgegeben.
Wir warnen vor Segregation statt Integration durch das Einrichten der Deutschförderklassen, die zudem in der geplanten Form an den meisten Schulen organisatorisch gar nicht durchführbar sein dürften.

Das Netzwerk SprachenRechte fordert daher eine grundlegende Überarbeitung des Gesetzes auf folgenden Prämissen:

  1. Mehrsprachig aufwachsende Kinder haben das Recht, in einer Form unterrichtet zu werden, die ihnen ermöglicht, am Regelunterricht zu partizipieren, indem der Unterricht ihr gesamtes sprachliches Repertoire berücksichtigt.
  2. Die Schaffung von förderlichen Unterrichtsbedingungen in Klassen mit mehrsprachigen Kindern muss Gegenstand von Ausbildungen der Lehrkräfte sein.
  3. Die Beurteilungskriterien an Schulen müssen sich an mehrsprachigen Lernbiographien orientieren können.
  4. Die Schule muss durch die Förderung des gemeinsamen Lernens eine Haltung vorleben, die Kindern das Vorbild eines friedlichen Zusammenlebens sein kann.

Insgesamt 60 kritische Stellungnahmen zum Gesetzesentwurf sind auf der Internetseite des Parlaments abrufbar.

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Thesen zu Sprache und Sprachenpolitik

Am 21. Februar, dem Internationalen Tag der Muttersprache, wurden in der Arbeiterkammer Wien 14 Thesen zu Sprache und Sprachenpolitik präsentiert. Die Thesen thematisieren die Bedeutung und Funktionen von Sprache(n) auf individueller, sozialer, institutioneller und pädagogischer Ebene.

Thesenpapier zum Download
Erläuterungsbroschüre

Rückblick auf die Präsentation/Veranstaltung auf der Internetseite der Arbeiterkammer

 

 

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Österreichische Werte?

Bereits im Oktober hat das Netzwerk SprachenRechte vor der Einführung von verpflichtenden Wertekursen und -prüfungen gewarnt.

Nach mehr als einem halben Jahr seit Inkrafttreten des Integrationsgesetzes, das mit „Integrationserklärung“ und „Integrationsvereinbarung“ Asylberechtigte, subsidiär Schutzberechtigte und Drittstaatsangehörige zur Absolvierung von Kursen bzw. zum Ablegen von „Integrationsprüfungen“ (mit Werteteilen) verpflichtet, kann in einer ersten Bilanz festgehalten werden: Klare Regeln und Prinzipien gibt es hier nicht.

Die „Werte“, die lt. Lernunterlagen unterrichtet und abgeprüft werden, sind höchst fragwürdig, hinzu kommt Unsicherheit in Bezug darauf, was eine „Integrationsprüfung“ überhaupt ist.

Das Netzwerk SprachenRechte bezweifelt, dass diese Art der „Wertevermittlung“ sinnvoll und der Integration von Migrant_innen zuträglich ist.

Weitere Informationen:
OTS-Aussendung des Netzwerks SprachenRechte vom 27.2.2018
Stellungnahme des Netzwerks SprachenRechte vom Oktober 2017
Position Deutschlehrende in der Erwachsenenbildung, Fernsehbeitrag
Veranstaltung/Workshop der IG DaZ DaF Basisbildung am 2.3.2018: „Herrschaft durch Wertesysteme. Wie sich wehren dermaßen regiert zu werden?“
„Die Sache mit den Werten und ihrer Prüfung“ – Gedanken einer Kursleiterin

 

 

 

 

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Deutschförderklassen bedeuten Segregation

Nachdem Bildungsminister Faßmann seine Pläne präsentiert hat, zukünftig Kinder, die bei der Schuleinschreibung Defizite in der Unterrichtssprache Deutsch aufweisen, in separaten „Deutschförderklassen“ unterrichten lassen zu wollen, reagiert das Netzwerk SprachenRechte mit einem offenen Brief.

Solche Klassen bedeuten eine Segregation der Kinder und sind der Integration nicht zuträglich!
Wir fordern den Bundesminister auf
a) zur Kenntnis zu nehmen, dass es in Österreich längst höchst erfolgreiche integrative und bilinguale Modelle arbeiten, die erhalten und ausgebaut werden sollten;
b) zu überprüfen, welche sanften Übergänge vom Kindergarten in die Schule in anderen
Ländern (z.B. Schweiz) begangen werden und sich ggfs. daran zu überprüfen.

Links:
Faßmann macht mit Deutschklassen demnächst Ernst, derstandard 22.1.2018
Was für und gegen separate Deutschklassen spricht, derstandard 25.1.2018

Offener Brief des Netzwerks SprachenRechte an Bildungsminister Faßmann

Stellungnahme von Forschenden und Lehrenden des Bereichs Deutsch als Zweitsprache der Universitäten Graz, Innsbruck, Salzburg und Wien zum Bildungsprogramm 2017 bis 2022 der österreichischen Bundesregierung

 

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Netzwerk warnt vor Regierungsplänen

Das Netzwerk SprachenRechte kritisiert die im Programm der neuen türkis-blauen Regierung gefassten Bildungspläne. Was zuvor bereits für Erwachsene galt, soll nun besonders stark auf Kinder wirken: die deutsche Sprache wird ab dem Kindergarten als Ausschlusskriterium eingesetzt.

Im Regierungsprogramm werden gesellschaftliche Gegebenheiten gänzlich ausgeklammert und wird u.a. durch die Betonung eines „differenzierten Systems“ und einer Konzentration auf „Leistung“ die Ausgrenzung sozial benachteiligter Schüler_innen (und deren Eltern) verstärkt!

Das Netzwerk SprachenRechte lehnt ein derartiges Bildungsprogramm ab und hat dazu eine ausführliche Stellungnahme verfasst.

Stellungnahme von Forschenden und Lehrenden des Bereichs Deutsch als Zweitsprache der Universitäten Graz, Innsbruck, Salzburg und Wien zum Bildungsprogramm 2017 bis 2022 der österreichischen Bundesregierung (Jänner 2018)

 

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